GUM BIODH RATH LE DO THURUS

-Möge deine Suche erfolgreich sein  - ist die Übersetzung aus dem Gälischen.
Es ist zu einem Sinnbild meines Lebens geworden. Besonders angetan hat es mir der keltische Knoten.  Dieser bedeutet in der keltischen Mythologie: "Der F
aden des Lebens“ .                                       
                                                                        File:Lindisfarne StJohn Knot2 3.svg

Der Knoten ist das Symbol der Verknüpfung, der Verbindung, auch der Bindung an schutzverleihende Mächte. Aber auch Sinnbild der Komplikationen und der Hindernisse.Der Knoten der ambivalent alle Mächte des Bindens und die des Lösens in sich schließt, der Beschränkung, wie auch der Vereinigung.
Er verkörpert die Verpflechtung und stellt die Beziehung zur Natur dar.Ebenso wie die Bindung der Seele an die Erde und  den Prozess der ewigen Entwicklung des Menschen, bis er vollkommen ist und sich aus dem Zyklus der Wiedergeburt befreien kann.

ES WAR EINMAL EIN TRAUM. 
Dieser begann vor vielen Jahren. Schon immer wollte ich einmal alleine mit dem Rucksack durch die Wildnis der Natur. Welches Land erschien mir das geeignete?

S C H O T T L A N D.
So fing ich an, diese Reise zu planen. Da ich keine "fertige" Reise buchen wollte, musste ich mich auf das Experiment  "Ich verwirkliche mich selber" einlassen.  Ich plante so nur die ersten Tage und danach würde ich eben sehen müssen,war das Wetter.

Das einzigste, was mir wirklich Sorgen machte. Es sollte unberechenbar sein, zu dieser Jahreszeit Also kaufte ich mir besondere Kleidung, um hoffentlich allen Eventualitäten gerecht zu werden.  Alleine das war schon oft eine schwierige Entscheidung, die unabhängig vom Geld,für mich als Outdoorlaie, manchmal unmöglich war zu treffen.  Ich kaufte dann einfach "nach Gefühl" ein. So hatte ich dann endlich alles zusammen und machte mir eine Liste,was ich einpacken mußte.

CHECKLISTE
Meine Checkliste für die Reise war unbedingt notwendig. Ohne diese hätte ich den Überblick völlig verloren. Vor allem, weil ich ja nicht endlos viel Platz im Rucksack hatte.

SO GING ES LOS
Am Sonntag dem 08.03.07 ging es morgends um 3.00 Uhr los. Mein Mann brachte mich hinter die belgische Grenze und ich setzte mich in den Zug. Aber ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, so ganz  alleine mit dem Rucksack und dann noch soweit alleine zu  verreisen. Als ich dann in Brüssel ankam, war ich total überrascht über die Sicherheitsvorkehrungen dort. Es war eine immense Kontrolle des Gepäcks, der Personen. Es dauerte ziemlich lange, bis diese endlich beendet war und ich im Zug nach London saß. Dort angekommen ließen die Sicherheitsvorkehrungen nicht nach.Die ganzen Kontrollen nochmal. Überall standen Polizeistaffeln mit und ohne Hunden. Ich kam mir vor wie in einem Sicherheitstrakt eines Hochsicherungsgefängnis. Aber endlich war es geschafft. Ich trat aus dem Bahnhof hinaus und sah meine ersten typischen englischen Taxen. Und da wußte ich es:

MEINE REISE BEGANN
London war traumhaft. Sonnenschein und Wärme. 

KINGS CROSS
In Kings Cross war die Hölle los. Unmengen von Menschen, die alle in Richtung Norden wollten. Ich schaute auf die Anzeigentafel und hatte nach meinen Angaben noch drei Stunden Zeit bis mein Zug  nach Inverness los fuhr.
 

 

Kurzentschlossen stellte ich mich an der Information an, um mir evt. einenSitzplatz zu buchen. Den hatte ich nämlich nicht. Und die vielen Stunden wollte ich nicht unbedingt stehen. Aber der Schalter war völlig überfüllt und ich stand fast eine Stunde da. Der Schalterbeamte war leider die Ausgabe von einem Briten,dem man besser nicht begegnet. Stur, unfreundlich. Natürlich gab es keine Platzreservierung. Ich ging wieder zurück und wartete, dass an der Anzeigentafel mein Zug erschien.                                                                                 

Aber nichts passierte. So langsam wurde ich etwas unruhig. Ich begab mich zu einem anderen Infostand und dieser war zum Glück mit einem sehr netten Beamten besetzt.Tja, und der Zug? Den gab es leider nicht. Er schaute mehrmals in den Computer, aber kein Zug zu dieser Uhrzeit fuhr nach Inverness. Dies zog sich so die gesamte Reisezeit durch. Keine Zugverbindung, keine Busverbindung, die ich mir rausgesucht hatte, stimmte mit der tatsächlichen überein. Hier auf der Insel herrschte wirklich ein ganz eigenes Gesetzt. Mir blieb nichts anderes übrig, als den nächstbesten Zug in die Richtung zu  nehmen.                                                                         Komme was wolle!                                                                                                                     
Zwischendurch mußte ich umsteigen, aber ich hoffte, mich irgendwie zurecht finden zu können. Der nette  Zugbeamte versuchte mir mit den Fingern zu zeigen, die wievielte Station ich aussteigen müsse. Ich betrat nun den Zug, kein Sitzplatz natürlich, und los gings. Ich verließ London in Richtung Norden. Die Landschaft war wunderschön. Wiesen, Täler, Sonnenschein und wunderbar grün. Der Taxifahrer in London prophezeite mir endlos viel Schnee und stürmisches Wetter, Kälte und Eis. Ich konnte mir das nicht vorstellen, wenn ich rausschaute.

ENDLICH IN INVERNESS
Ich traf meinen Umsteigepunkt genau und stand somit auf einem kleinen unwirklichen Bahnhof ca. 1 Stunde nördlich von London. Ich hoffte, dass dies der richtige Bahnhof sei und stieg in den Zug. Es befand sich keinerlei Angaben auf dem Zug, weder Zugnummer, noch Ankunftsbahnhof. Also mußte ich mich auf die vagen Angaben verlassen.Aber ich hatte einen Sitzplatz. Immerhin.  Je weiter der Zug fuhr, umso unwirklicher wurde dieGegend und vor allem das Wetter. Es wurde nebliger und nebliger. Der Himmel zog sich immer mehr zu. Sollte der Taxifahrer doch recht haben?

  
Zudem bekam ich einen Vorgeschmack auf die gälische Sprache. Von nun an war jedes Ortsschild mit für mich merkwürdigen Buchstaben versehen. Zum Glück war meist eine Übersetzung in englischer Sprache darüber.

Diese "Untertitel" konnte ich weder verstehen geschweige denn ausprechen.

 

Endlich kam ich gegen 20.00 Uhr in Inverness an. Hier mußte ich umsteigen. Es war kalt und eisig. So eine Kälte hatte ich selten erlebt. Ich schaute mich um, und sah nur Schneeverwehungen um mich herum, teilweise bis zu einem Meter hoch! Und der Zug nach Elgin? Hier hatte ich meine ersten zwei Übernachtungen gebucht. Und wieder keinerlei Angaben an den Zügen. Kein Schaffner, der sich bei dieser Kälte hinaus traute. Ich stieg einfach in den nächsten Zug der da stand und hoffte wieder mal, dass es der Richtige sei. Alle Sitzplätze natürlich besetzt,so dass ich bei der eisigen Kälte nur noch einen Sitzplatz auf dem Flur hatte. Ich fror entsetzlich, aber ich hatte den richtigen Zug.



URQUARDT, ODER MAL EINE GANZ BESONDERE ÜBERNACHTUNG
Der Schnee blieb an diesem Abend mein treuer Begleiter. Aber ich schaffte es an diesem Abend noch zu meiner Herberge. Die Gastgeber holten mich, vielen Dank nochmals, vom Bahnhof ab. Anders wäre ich nicht mehrdorthin gekommen. Und endlich sah ich meine "Herberge".

   

Es war eine alte Kirche. Es war schon sehr merkwürdig, sich plötzlich in einem Raum zu befinden,  mit richtigen Kirchenfenstern.

   

Ein fast unheimliches Gefühl, wenn man darüber nachdenkt, dass in den  Räumen früher Priester gewohnt haben, und Messen abgehalten wurden. Auch heute ist das noch möglich, da die Kirche alle "Kirchenrechte" behalten hat. So kann man sich hier trauen lassen, wie in einer richtigen Kirche.  Übrigends steht die Kirche mittlerweile zum Verkauf. Für schlappe 600.000 Euro kann man sie kaufen ! 

Das war das Wohnzimmer, unterhalb der Empore. Am Abend wurde hier der Kamin angezündet, Tee miteinander getrunken. Richtig gemütlich und wunderschön. Und überall diese atemberaubende Kirchenatmosphäre.

 



Auf der Empore gab es dann jeden Morgen ein wirklich wunderbares Frühstück. So lecker habe ich mir Porridge wirklich nicht vorstellen können.



Urquardt selber ist ein völlig verschlafener, sehr kleiner Ort, der ansonsten gar nichts zu bieten hat.  Außer........Natur pur. Das sind hier die Wanderwege rund um die Kirche herum.

  



Aber das Wichtigste für mich war:

Die Bushaltestelle.                     

Aber natürlich ohne Angaben, wann der Bus kommt, bzw. abfährt. Also, so wie immer. Mit dem Bus bin ich dann nach Elgin gefahren. Dort habe ich in vielen Reiseführern von einer alten Ruine gelesen,die ich mir unbedingt ansehen wollte.

 MEINE ERSTE RUINE, ODER SO SCHÖN KANN ALTES SEIN

 

Elgin selber, war früher eine beutende Bischofsstadt. Die 1224 gegründete Kathedrale wurde im Volksmund  "Die Leuchte des Nordens" genannt und war damals die größte Kathedrale Schottlands. Endlich hier zu sein, war ein unbeschreibliches Gefühl.

Erst jetzt begriff ich die tatsächliche Tragweite meiner Reise. Nach sovielen Jahren der Krankheit endlich hier angekommen zu sein, brachte mir die Tränen in die Augen. Ich war unsagbar glücklich und eine innere Ruhe kehrte in mir ein, die mit nichts zu vergleichen war.                          




 

 

 
Aber das ultimative Erlebnis hatte ich in dem Seitenteil des Gebäudes. Hier befand sich eine Art Kapelle, die durch eine wunderschöne Decke gekennzeichnet war. Der Wechsel des Wetters, mal Sonne, mal Schnee bewirkte, dass durch die Fenster immer wieder wunderschönes, fast magisches Licht hereinströmte. Wunderschön! Dazu wurde eine phantastische Musik eingespielt, so dass ich hier fast eine Stunde verbrachte um diese Herrlichkeit zu bewundern. Ich war innerlich völlig gefangen. 

                           


DAS SCHOTTISCHE MEER
Endlich wollte ich auch einmal das Meer sehen. Ich hatte soviel darüber gelesen, dass ich wirklich neugierig war. Ich fuhr mit dem Bus nach Lossiemouth, einem wunderschönen kleinem Fischerdörfchen, im Bezirk Moray. Rund um die Bucht von Moray Firth kann man bei gutem Glück sogar Delphine beobachten.Im Jahre 2005 wurde hier sogar ein Schutzgebiet für Delphine eingerichtet. Das macht nochmal die Bedeutung der Gegend für die Delphine sehr deutlich. Das schottische Meer hier ist einfach wunderschön. Auf unserer gemeinsamen Reise mit meinem Mann, ein Jahr später, sind wir noch einmal  hierher gefahren und mein Mann war ebenfalls begeistert von dieser Gegend. Einfach sehenswert.

                                                    

     
Zudem sind die Menschen in Lossiemouth freundlich und redselig. Gleich nach meiner Ankunft lernte ich eine "ältere Dame"kennen, die mich am Strand ansprach. Sie erzählte mir viele Geschichten aus dem Fischerdörfchen. Ob dies wohl alles Seemanssgarn war? Wer weiß :-)

GRAMPIANS UND HIGHLANDS
Die folgenden Bilder sind Impressionen von meinen Wanderungen durch die Grampians und Highlands. Alle Fotos wurden auf der Strecke Inverness nach Kyle of Lochals, nach Dornie und von Dornie nach Drumnadrochit gemacht.Manchmal konnte man sogar richtige Wildwechsel beobachten, die aber nicht immer im Foto so schnell festzuhalten waren. Aufgrund von Schnee und Kälte hatte ich nicht immer einen Fotoapparat "schußbereit". Aber die Momente, in denen die Rehe und Hirsche direkt an mir vorbei liefen sind für immer in meinem Herzen, in meiner Seele abgebildet.

                               

   


   

 



DER HIGHLANDER
Die Burg des Highlanders ist wohl weltberühmt, seit dem dort der Film "Der Highlander" gedreht wurde. Die Brücke über die er ritt, stand nun vor mir.

         
Eileen Donan Castle.

                                   

Aber das erhoffte Gefühl blieb zunächst aus. Ich stand vor dieser Burg, und dachte: Naja, ist eben `ne Burg! Das liegt leider an dem Umfeld der Burg. Das ist nicht sonderlich schön. Je näher ich der Burg kam, um so schöner wurde sie jedoch für mich. Als ich die Brücke hochwanderte, dachte ich, den Atem des Highlanders zu spüren.

Leider durfte man in der Burg, wie fast in allen Burgen und Schlösser, nicht innen fotografieren. Deswegen gibt es hier nur Außenbilder.

 

 

 Diesen Blick auf die Burg habe ich besonders genossen. Hier habe ich mitten im Schneesturm gestanden und konnte mich vom Blick darauf kaum lösen. Das Wetter war mir egal.

 

 

   


Aber auch die Landschaft aus dem Innenhof betrachtet war wunderschön.






DORNIE, EIN KLEINES TYPISCHES DÖRFCHEN
Es ist das kleine Dörfchen in der Nähe von Eileen Donan Castle.
Hier habe ich am Abend gesessen und in die wunderschöne Natur hinausgeschaut.                   

 

Das ist übrigens die absolute "rush-hour" im Dörfchen außerhalb der Touristenzeit.

             

In einem kleinen Hotel habe ich mich dann hier einquartiert und erlebte dort echte Überraschungen. Das Zimmer war mind. 50 Jahre nicht mehr neu eingerichtet bzw. renoviert worden, die Heizung an der Wand löste sich so langsam, so dass ich darauf aufmerksam gemacht wurde, diese besser nicht selber zu bedienen. Das Bad, tja, hmm irgendwo auf dem Flur. Die Badewanne, puh, naja wer weiß, wann da das letzte mal jemand drin gebadet hat. Die Toilette ebenfalls in einem extra Zimmer auf dem Flur, ohne Heizung, und bitterkalt. Da überlegte man es sich zweimal, ob man wirklich ... ! Aber dennoch würde ich das nicht missen wollen. Das Personal war freundlich, nett und zuvorkommend und das Frühstück war sehr gut.

Die wirkliche Naturüberraschung war das Wasser.In den Reiseführern konnte man immer davon lesen, dass die "Lochs" auch mit Ebbe und Flutgefüllt werden. Ich konnte mir das nicht wirklich vorstellen. Aber es war wirklich so, und besonders hier war es gut zu beobachten. Bei Ebbe konnte man zu Fuß "übers Meer" zum Castle gehen.

In manchen Momenten hatte man sogar das Gefühl, eine Hauch Frühling bereits zu spüren.

           


Die Berge um Dornie herum waren atemberaubend, aber ich traute mir nicht zu, da hindurch zu wandern. So nahm ich dann wieder den mir anvertrauten Bus.

                                                   

Und wieder gab es meine so geliebten Bushaltestellen, diesmal sogar mit Häuschen.

 
Natürlich waren auch hier wieder keine Angaben. Somit passierte, was dann auch endlich einmal passieren mußte. Auf dem Weg nach Dornie stand ich in Kyle of Lochals. Nichts los in dem Dörfchen, Bushaltestelle am anderen Ende des Dörfchens. Ich hin, keine Angaben. Wie immer. Also stand ich erstmal da und versuchte mich zu sondieren. Vor mir stand ein ein kleiner blauer VW - Bus mit einer älteren Dame drin. Dann fuhr dieses Auto los. Ich dachte mir natürlich nichts bei. Dann sah ich einen Mann und fragte diesen nach dem Bus nach Dornie. Er begann zu lächeln, eher etwas verlegen, und versuchte mir jetzt klar zu machen,dass der kleine blaue VW - Bus DER Bus war, den ich brauchte.  Und natürlich fuhr heute keiner mehr. So stand ich hier, mitten im Schneesturm.

Was sollte ich tun? Dann sah ich ein kleines Kioskhäuschen und  ging dort hinein. Eine ältere Dame stand da und ihr machte ich meine Situation klar. "no problem!" war ihre Antwort. Sie machte einen Anruf, ihr Schwager stand vor der Türe und ich wurde mit dem Auto nach Dornie gefahren. Tja, die Schotten!  Ein echt freundliches, hilfsbereites Völkchen! 

DIE BRÜCKE ÜBER DEN FIRTH OF FORTH
Nach soviel Natur wollte ich am Ende noch ein paar Tage in London verbringen.
Also machte ich mich auf den Weg in Richtung Edinburgh.
Der Zug von Inverness nach Edinburgh war nicht ausgebucht, so dass ich einen schönen Sitzplatz am Fenster bekam. Ich saß da mit meiner Kamera, und schaute mir ein paar Fotos auf dem Display an. Das hat wohl der Zugbegleiter mitbekommen und sprach mich kurz vor Edinburgh an, ob ich denn besondere Fotos wolle. Natürlich wollte ich!  Ich solle ihm folgen, meinte er.

Er führte mich in das Lokführerhaus    und ich konnte diese unwahrscheinlich tolle Brücke aus einer Perspektive beobachten und fotografieren, wie man es als Tourist selten kann. Noch nie habe ich in einem Führerhaus gesessen und das auch noch in voller Fahrt.  

 

 


Die Brücke ist die wichtigste Verbindung der schottischen Lowlands mit den Highlands. Sie verbindet Edinburgh mit der Halbinsel Fife. Sie war im Jahre 1890 die größte Auslegerbrücke der Welt. Sie ist 2,5 km lang und aus Stahl gebaut. Das Bauwerk ragt mehr als 110 Meter in die Höhe. Der Zugverkehr überquert die Brücke in ca. 50 Meter Höhe. Somit passen hier sogar riesige Urlaubsdampfer durch.

LONDON
In Edinburgh mußte ich umsteigen und leider war der Zug nach London extrem voll. Ich bekam nicht einmal mehr einen Sitzplatz im Flur. Da ich aber sehr müde war, setzte ich mich einfach auf den Boden. Naja, von Tramperromantik war nichts mehr zu spüren. Jedenfalls nicht mehr in meinem Alter. Oft hatte ich die Leute bewundert, wie sie mit ihren Rucksäcken in den Zügen saßen und mich fragte, wohin sie wohl fuhren.
Nun saß ich selber da, und spürte jeden einzelnen Knochen.  So gegen 22.30 Uhr sollte ich in London ankommen, allerdings hatte ich kein Zimmer. Aber das störte mich erstmal nicht. Ich erinnerte mich daran, dass es in London mehrere Jugendherbergen gab. Ich war mir sicher, dort ein Schlafplätzchen zu finden. Sogar an ein Einzelzimmer glaubte ich. Ich machte mir überhaupt keine Sorgen.
Ich kam sogar pünktlich an. Aber ich wollte um die Zeit nicht mehr die U - Bahn nehmen, sondern ein Taxi.  Ich nannte dem Taxifahrer die Adresse, aber er kannte sie nicht.
Naja, das fing ja gut an !
Er meinte ungefähr zu wissen, wo es denn sein könnte. Also fuhren wir los. Mein erster Eindruck von London bei Nacht war klasse. London ist eine tolle Stadt. Der Taxifahrer hielt dann an, und ich suchte die Jugendherberge. Mittlerweile war es kurz nach 23.00 Uhr. Ich ging immer noch voller Hoffnung an die Rezeption. Und... ...es gab KEIN Zimmer ! Erst auf mein Drängen hin war man dann bereit mir ein Bett anzubieten. 6 - Personen - gemischt. Mir blieb nichts anderes übrig, als das zu nehmen. Um diese Uhrzeit ein anderes Zimmer zu finden, war utopisch. Endlich kam ich auf mein Zimmer.
Und was für eines!

Aber das war mir egal. Ich wollte nur noch zur Toilette, Duschen und ins Bett. Aber sowohl die Duschen, als auch die Toiletten waren unglaublich verdreckt. Da spürte ich zum ersten Mal, wie sehr so eine Reise einen Menschen verändert. Normalerweise würde ich zurückgehen und keinen Gebrauch davon machen.
Aber ich wollte duschen, also tat ich es. Man schraubt seine persönlichen Ansprüche schon enorm runter.
Man kann eben doch mehr, als man sich sonst zutraut!
So war ich dann endlich gegen 1.00 Uhr morgens im Bett. Aber richtige Ruhe fand ich nicht. In der Herberge war es enorm laut, viele angetrunkene Jugendliche, die grölend durch das Haus liefen. Zudem war es bitterkalt. So dämmerte ich dahin. Bis es gegen 3.00 Uhr einen merkwürdigen Signalton gab.
FEUERALARM!

Die gesamte Jugendherberge mußte geräumt werden. So befand ich mich gegen 3.30 Uhr morgends mitten mit ca. 300 anderen Menschen auf dem Picadylly Circus. Und...
FEHLALARM!

Irgendeiner hatte sich einen Spass erlaubt. Es dauerte fast eine Stunde, bis wir wieder in der Jugendherberge waren. Was für eine Nacht! Auf den nächsten Bildern sind einige Eindrücke von London. London ist unsagbar teuer. Essen, Eintritte, Busse, egal, alles kostet richtig viel Geld. Für meine nächste Nacht suchte ich mir ein anderes Zimmer, das natürlich auch wesentlich mehr gekostet hat. Aber ich hatte ein eigenes Bad auf dem Zimmer. Was für ein Luxus! Einen weiteren Luxus gönnte ich mir auf der Regent Street.Dort sah ich einen wunderschönen kleinen Laden, sehr exklusiv, mit leckeren Pralinen, vor allem gab es dort außergewöhnliche. Welche mit Obst, Pistazien, und vielem mehr. Mich lachten besonders die mit den frischen Erdbeeren an. Schon lange hatte ich kein frisches Obst mehr gegessen.  Drei Stück für fast 9 Pfund! Ein wirklich unverschämter Preis.  Erst ging ich weiter, dann wieder zurück, weiter, zurück und

gekauft!

Hmm, was freute ich mich auf die drei Erdbeeren! Am Abend saß ich dann auf meinem Zimmer, frisch geduscht und hielt diese drei Erdbeeren in meinen Händen, als wären es die Kronjuwelen. Aber sie waren extrem lecker !
 
    

                                                                

  

   

   

 

 

 



   

 

   

       

   

   

     

     

   

   

     

   

Trotzallem! London ist eine Reise wert.
 IRGENDWANN GEHT JEDE REISE EINMAL ZU ENDE
Tja, nun hieß es wieder auf nach Hause. Es war eine unbeschreibliche Zeit. Trotzallem oder gerade wegen allem einer der atemberaubensten Urlaube, die ich gemacht habe. Jeder Zeit wieder!
Aber ...das Abenteuer ging ja noch weiter. Der eigentliche unerwartete Höhepunkt kam ja noch.
Am Tag der Abreise machte ich mich auf den Weg zum Eurostar. Ich hatte mir eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken geholt,da das Frühstück im Hotel überhaupt nicht meins war. Gebackene Bohnen mit Speck und Würstchen. Um 7.00 Uhr morgens. Nein danke! Aber ich schaffte nicht alles aufzuessen und auszutrinken. Es war absolut verboten, angefangene Getränke mit an Bord zu nehmen. Also suchte ich einen Mülleimer. Es gab keinen !  Ich sprach eine Sicherheitsbeamtin an, wo ich dies entsorgen könnte. Sie schüttelte den Kopf und meinte, ich sollte es einfach dort hinten in die Ecke stellen.  Ich schaute sie an und sagte so aus Spass: "Nicht dass Sie denken, ich stelle eine Bombe dahin!"
In diesem Moment wußte ich: FEHLER!
Die Beamtin schaute mich völlig entgeistert an, und ich suchte das Weite. Zum Glück war die Absperrung offen, so dass ich schnell durch die erste Sicherheitsbarriere kam. Ich sah noch, wie die Beamtin zu ihrem Mikrophon griff. Beim Einchecken ging es dann los. Der Beamte dort meinte es besonders gut mit mir. Ich mußte meinen gesamten Rucksack auspacken, meine Tasche die ich dabei hatte ebenfalls. Jeder der schon einmal mit dem Rucksack verreist ist, weiß: Auf das System kommt es an! Ansonsten ist man hoffnungslos verloren. So stand ich nun an der Abfertigung, meine ganzen Klamotten verstreut und der Beamte drängte mich zum Einpacken. Bis er mein Taschenmesser entdeckte. Auf der Hinfahrt war es kein Problem, nun schien meine Freiheit davon abzuhängen. Die Beamten beratschlagten, und endlich reichte man mir mein Taschenmesser und ließ mich in aller Schnelle einpacken. Innerlich fluchte ich. Aber es half ja nichts. Ich packte irgendwie alles ein und saß dann endlich wieder im Eurostar Richtung Heimat.

 Wieder??? UND OB!

 MAR SIN LEAT

                                                                 (gälisch) - Auf Wiedersehen!

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