Einmal wollte ich gerne für einen längeren Zeitraum Urlaub an der See machen. Ich fing an nach geeigneten Objekten zu suchen. Ein Hotel wollte ich für so lange Zeit nicht, sondern eine schöne kleine Ferienwohnung. Frankreich habe ich (leider) ausgeschlossen, da ich kein Französisch spreche und die meiste Zeit alleine sein würde, habe ich das für mich ausgeklammert. Belgien, ja das ginge, aber war für 4 Wochen echt teuer.

Zumal ich auch einige Ansprüche an die Ferienwohnung hatte. Aufgrund meiner chronischen Lungenerkrankung wollte ich auf jeden Fall Meernah und eine Wohnung mit Balkon. Durch Zufall bin ich dann auf Dorum gekommen. Aber irgendwie habe ich das zunächst geographisch anders eingeordnet (schäm :-) )



 
Der Hafen von Dorum.

Dorum liegt in der Nähe von Cuxhaven. Die Ecke kannte, bzw. kenne ich schon ganz gut. Meine ehemalige beste Freundin wohnt dort.

Wenn ich darüber heute noch nachdenke so bin ich immer noch traurig über das Ende unserer Freundschaft. Aber manchmal entwickeln sich Dinge im Leben auf die man selber keinen Einfluss mehr hat. Und irgendwann muß man dann auch im eigenen Interesse Entscheidungen treffen die sehr weh tun. Aber Selbstschutz geht immer vor Fremdschutz.

Also buchte ich nun Dorum, eine Ferienwohnung für 4 Wochen, mit einem Hallenbad, Balkon und Meerblick vom Balkon aus.

 

   

Blick aus meinem Appartment

  

Die einzelnen Appartmenhäuser und nochmal der wunderschöne Abendblick von meinem Balkon aus ins Meer.

Wie schon oben geschrieben liegt Dornum in der Nähe von Cuxhaven. Ich war in den 4 Wochen sehr oft dort, weil das Wetter auch nicht immer so toll war. Aber der eigentliche Grund war das Meer. In Cuxhaven selber hatte ich wenigstens das Gefühl am Meer zu sein. In Dornum war natürlich Meer vor der Haustüre aber eben nur das wesentlich ruhigere Wattenmeer. Mir fehlt dort einfach das wilde, die Wellen, das Rauschen, die weiße Wassergischt wenn sie hoch springt. Aber eben jedem das seine. Meines ist es eben nicht so.



Die "alte Liebe", so heißt der Platz wirklich mitten in Cuxhaven am Hafen. Ein wunderschöner Platz der einfach so zum entspannen einlädt. Einfach da sitzen, den vorbeifahrenden Schiffen zusehen und das hoffentlich schöne Wetter genießen.

     
 
       

Cuxhaven ist eine der größten Fischereihäfen in Deutschland. Zudem ist der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen der Gesamtregion. Durch die Nähe zu Hamburg ist es auch für den Tagestourismus ein wichtiges Ziel. Leider sind dadurch auch die Preise teuer. Egal, ob Übernachtung oder andere Angebote innerhalb der Stadt sind für viele einfach überteuert. Eine Familie wird hier locker sehr viel Geld los und könnte bequemer einen All-incl. - Urlaub im Mittelmeer buchen, und wäre dann mit Sicherheit noch billiger. Wenn man bedenkt dass eine Fahrt zu den Seehundsbänken für eine 4-köpfige Familie an die 100,- Euro kostet ( alles inbegriffen wie Parkgebührt für das Auto, Essen, Trinken usw.) dann ist das für eine normale Familie viel Geld.
Leider.
Vielleicht sollte hier einmal den Gesamttourismus innerhalb der deutschen Nord- und Ostsee einmal überdenken. Wenn die Menschen weniger Geld haben können sie auch weniger verreisen und werden weniger an ihrem Urlaubsort ausgeben. Ob das für den Tourismus das Ziel ist?

An der alten Liebe ist auch das zu finden:
 
   
Es ist eine optische Übermittlung der Wetterentwicklung. Es zeigt sowohl die Windgeschwindigkeit, als auch die Windrichtung für die Seeleute an, ohne dass sie ihr Schiff verlassen müssen. Die Technik stammt aus dem Jahr 1794, und kommt aus Frankreich. Im Jahr 1837 hielt es Einzug in Cuxhaven. Heute wird es natürlich durch die moderne Technik ersetzt. Kein Seemann braucht diese Technik mehr, denn er hat alles an Bord was er braucht um über alle Wettereskapaden auf dem Laufenden zu sein.  
    
Auf meinen vielen Ausflügen habe ich ganz viel Natur gesehen, viele Tiere, einfach schön. Das sog. "alte Land" um Cuxhaven herum ist eine Reise wert. Kleine alte Bauten, schöne Dörfer, immer gab es etwas zu entdecken.

   

 



 

 


Das ist eine alte Stroh-Betonpuppe, die sich jemand im Garten mit Blick auf den Deich hingebaut hat. Fast alle Wanderer blieben hier stehen und fotografierten sie. Ich dann natürlich auch :-)

Einen wirklich tollen Tag habe ich im Moor verbracht. :-) Hört sich irre an? Ja, war es auch. Ein schöner, informativer Tag.
  Nicht zu Fuss, sondern  mit solchen Waagen durch das Moor.

Das Ahlenmoor hat eine Gesamtfläche von 40 Quadratkilometern. Es ist das größte im Landkreis Cuxhaven.

Mit der Bahn wird man durch das Gesamtgebiet gefahren. Wählen kann man zwischen zwei Touren, einer kleineren und der größeren. Zwischendurch hält der Wagen an bestimmten Stationen an und der Moorwart erklärt die wichtigsten Dinge. Er hat das sehr gut und verständlich gemacht, mit vielen anschaulichen Details.
   

Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt an Wollgras. Ich habe vorher Wollgras immer nur in Gärtnereien gesehen, aber es so in der wilden Natur und in der Menge war wirklich beeindruckend.



Wenn man zudem noch bedenkt, dass dieses Moor seid der letzten Eiszeit entstanden ist, so wird einem der Gesamtgeschichtliche Rahmen ersteinmal bewusst.
Seid 1932 steht das Gesamtgebiet unter Naturschutz. Trotzdem hat es gelitten und leidet weiter, da der Torfabbau in der Gegend auch industriell genutzt wird. Wirtschaft steht eben in unserem Land immer noch vor Naturschutz. Leider.
Aber nicht nur die Industrie sondern auch Bauern in der Umgebung "beuten" das Land aus. Wenn neben dem geschützten Raum die Bauern Torf ernten, so hat das eben auch Auswirkungen auf die Ländereien und den Wasserstand im nebenstehenden geschützten Moor.
Hinzu kommen viele Monokulturen, die ebenfalls schädlich für das Moor sind. Birkenwälder sind schädlich, weil die Birke dem Boden viel Wasser entzieht. Hier im Ahlenmoor hat man versucht die sich immer wieder neu angesiedelten Birken einzudämmen, aber irgendwann hat man das aufgegeben und hofft darauf, dass es sich so erhalten kann.
Nun aber zu den schönen Bildern des Moores.

   

 



Das Moor ist für jeden Naturliebhaber ein unbedingtes Muss. Vögel, Insekten, Sträucher, Blüten alles was das Auge und die Ohren erfreut. Und nebenbei auch die Nase :-) es riecht einfach gut hier.

Dies war eine ganz besondere Stelle. Hier mussten wir ein Stück durch das Moor laufen und die Gruppe sollte sich trennen, so dass wir uns gegenüber standen.  Die eine Gruppe musste anfangen zu hüpfen und es war wirklich irre. Der Boden unter denjenigen die still standen bebte, weil es eben kein fester Boden ist. Ein beeindruckendes Erlebnis.

  Anhand des Stabes wurde nochmal deutlich gemacht wie sehr man das Moor unterschätzen kann. Sinkt man hier ein, so hat man keine Chance je wieder alleine lebend heraus zu kommen. Das Moor ist unerbittlich und stark in seinem Sog.

Mit solchen Zeichen wurde früher der Weg ins Moor makiert.

Ging man nur ein wenig rechts oder links war es zu spät. Besonders im Dunkeln gab es dann kein Zurück mehr. Wie man am Bild ganz rechts sieht, ist das Moor nicht immer als Wasserfläche zu erkennen. Ganz im Gegenteil zu anderen Stellen.

   

Teilweise liegt hier Holz dass mehrere taus
end Jahre alt ist, kaum zu glauben.

Auch ein Besucherzentrum gibt es hier. Dem angegliedert ist ein kleines Museum, das wirklich gut gemacht ist. Es ist besonders für Kinder spannend da es interaktiv gestaltet ist und mit einigen Überraschungen ausgestattet wurde. Es kostet auch nicht viel, wenn man es direkt mit der Bahn zusammen bucht.
Zudem ist ein kleines Cafè angegliedert, mit lecker Kuchen :-)

 

Da in den 4 Wochen auch der Donnerstag ein Feiertag war, haben mich dort meine Schwester und die Kinder besucht. Sie fanden natürlich besonders das Schwimmbad klasse, dass zu dieser Zeit kaum genutzt wurde. So hatten die zwei das Schwimmbad oft für sich ganz alleine. Na, das hat man ja auch nicht immer :-)

 

 

Gemeinsam haben wir dann in Bremerhaven den dortigen Zoo besucht. "Zoo am Meer".

 
Was soll ich sagen, bzw. schreiben? Gefallen hat er uns allen nicht. Er ist sehr eng angelegt, so dass man gar nicht anders kann, als über andere Menschen ständig zu stolpern. Für Kinder eine Zumutung. Ich frage mich auch was ein Puma und Affen in einem Zoo am Meer zu suchen haben. Deren Gehege waren eng, klein, furchtbar. Zwar machte alles einen guten gepflegten Eindruck, aber das alleine rechtfertigt die teuren Preise nicht. Ich würde nicht wieder hingehen.
Durch Zufall habe ich dann am Hafen diese beiden alten "Schätzchen" entdeckt.
 

Aber einen Ausflug der besonderen Art haben wir dann doch noch gemeinam gemacht.
Beersterwischen oder anders:
Baririerefreier Niedermoorerlebnispfad.
Im Jahr 2006 entstand dieser Naturerlebnisraum im Landkreis Cuxhaven. Dieser Pfad grenzt an eine Schule für behinderte Menschen und ist durch Bohlenstege auch für Rollstuhlfahrer ganzflächig zu befahren. Die Informationen sind leicht verständlich und an den einzelnen Stationen kann man direkt selber Erfahrungen sammeln und Eindrücke gewinnen.
Der gesamte Pfad ist einfach toll, für Kinder ein einmaliges Erlebnis und dazu tatsächlich absolut kostenfrei!
Wenn man Geduld, Zeit und den Willen hat, so kann man den ganzen Tag hier mit der Familie vernbringen für umsonst. Tja, sowas gibt es heute tatsächlich auch noch :-) Und es ist ganzjährig geöffnet.

 

 

   
   

Alleine bin ich dann wieder nach Otterndorfgefahren.
Schönes kleines Städtchen, nette Häuser und eine schöne Schiffahrt auf der Medem.

Blick vom Anleger die Medem hinunter. Die Medem ist insgesamt 16 Kilometer lang und mündet in der Elbe. Für kleinere Schiffe ist sie schiffbar, was ich auch gut beobachten konnte. Eine Klasse machte ihre Tour hier entlang. Da die Ufer nicht befestigt sind, darf man hier max. 6 Stundenkilometer schnell fahren, also eher etwas für die Erholung, was auch toll war.
 
An dem Fluss selber kann man wunderschön wohnen, wie man auf den folgenden Bildern sehen kann. Da hätte ich auch gerne eine davon.
 
 


 
 


Der Wanderweg, der teilweise direkt an der Medem entlang liegt, nennt man hier den "Philosphenweg". Wenn man die Natur auf der Medem einmal wirklich genießt, versteht man auch warum.

 


Dies hier ist der Schleusenendpunkt der Medemfahrt. Dann geht es in die Elbe und ab ins Meer.


Knapp neben diesen Punkt lag dieses Schiff, ....

... es war damals zum Verkauf. Wäre doch mal eine ganz andere Wohnstätte :-)

Innerhalb des Stadtkerns gibt es einen Bereich an der Kirche der mir sehr gut gefallen hat. Hier liegt die alte Lateinschule und das .....

  :-)

 

    

Natürlich durfte auch ein Besuch der Hansestadt Bremen nicht fehlen.



Bremen als solches hat mir gut gefallen. Wie oft, wollte ich auch hier gerne eine Stadtrundfahrt machen. Hmm, liebe Bremertouristenbeauftragte, bitte nochmal darüber nachdenken, dass es auch Menschen gibt, die
- älter sind
- die behindert sein könnten
- die Kinder haben

Denn es ist höchst kompliziert. Zuerst muss man eine Karte im Touristenbüro im Hauptbahnhof buchen. Von dort aus wird dann festgestellt ob ein Platz im Touristenbus frei ist. Dieser fährt aber nicht sehr oft am Tag, manchmal nur ein-oder zweimal. Fand ich wenig. Wie in anderen Städten, dass eine Ex-und Hopp-Tour möglich ist, also ein-und aussteigen wann man will innerhalb eines Tages gab es hier nicht. Hat das Tourismusbüro dann festgestellt ob ein Platz frei ist, muß man zum Tourismusbüro in die Innenstadt. Als ich fragte ob es denn weit sei, bekam ich zur Antwort: Nein nur ein paar hundert Meter!.
Naja für jemanden wie mich, mit einer schweren Lungenerkrankung kann das unbezwingbar sein. Aber die hundert Meter waren untertrieben. Als ich merkte dass es wesentlich mehr sind, wollte ich ein Taxi nehmen. Und der Taxifahrer: Nee, das ist nicht weit, da können sie hin laufen!
Unfassbar.
ich war so überrascht, eigentlich hätte ich mich an die Taxizentrale wenden müssen, aber die Anstrengung des Laufens war mir schon zuviel. Erreichte man nämlich nicht das Tourismusbüro pünktlich war der gebuchte Platz weg. Hmm, nicht tourismusfreundlich, finde ich.
Endlich dann in der Innenstadt angekommen, das Tourismusbüro gefunden, stellte sich die Stadtführung als schwierig heraus. Eine Gruppe wollte ebenfalls die Rundfahrt machen, aber es gab im Elektrobus nicht genügend Plätze. Die Leute im Büro wollten dann, dass ich meine Karte abgebe, damit es dann für die große Gruppe, mehr Geld??, dann auch gereicht hätte.
Habe ich aber nicht gemacht. Ich hätte dann mind. eine Stunde warten müssen.
Die Dame im Büro etwas ungehalten, ich auch.
Dafür war die Rundfahrt gut, kalt aber nett. Ich war dann mit einem Schweizer und dem Busfahrer alleine unterwegs.
Leider fand dann auch noch in der Innenstadt ein Weinfest statt, so dass ich mich mitten im Aufbau von Zelten, Buden usw. befand. Schade für Bilder, trotzdem ein paar Eindrücke von Bremen.

         

 



   



Einen anderen schönen Ausflug habe ich nach Bederkesa gemacht. Lange habe ich überlegt ob ich dorhin fahre. Bederkesa habe ich in keiner guten Erinnerung gehabt. Hier hatten meine Schwiegereltern lange Jahre einen festen Campingplatz. Mein Verhältnis zu ihnen war stets angespannt.

 
Trotzdem fuhr ich nach Bederkesa und war froh darüber. Das Schloss war wirklich schön, der angrenzende Garten mit Restaurant war klasse, Ich habe hier sehr, sehr gut zu Mittag gegessen. Ein toller Koch :-)
 


Gegen Ende der vier Wochen kam dann auch mein Mann zu Besuch und wir machten einige Ausflüge gemeinsam.

Wischhafen

 
 

Schwebefähre Osten- Hemmoor

 

 




Spieka-Neufeld

 

 


Eine aufregende Zeit ging nach vier Wochen zu Ende. Heute sitze ich hier und plane meine nächsten vier Wochen :-) Mal sehen wohin es mich diesmal treibt.