WIE ALLES BEGANN

Mein Mann hatte mir versprochen, dass wir auf jeden Fall ein größeren Wagen mieten würden. Dem war leider nicht so. Also der gleiche Wagen wie beim letzten Mal. Hinzu kam, dass mich leider ein heftiger grippaler Infekt erwischt hatten , so dass ich krank los fuhr, keine besonders guten Voraussetzungen.
Unser Ziel lag zudem noch ziemlich weit unterhalb der Normandie, so dass die Fahrtstrecke auch diesmal enorm war. Ich fühlte mich nicht besonders und dazu noch stundenlang auf der Autobahn. Wie sehr hätte ich mir jetzt ein schönes Ferienhaus gewünscht, wo ich einfach in ein Bettchen kriechen könnte,
ein / zwei Tage durchschlafen und ich wäre wieder fit gewese
n.

ILE DE NOIRMOUTIER 

Die I`le de Normoutier ist eine Insel im Atlantik, die in Westfrankreich nahe der Loiremündung liegt.


Das besondere an dieser Insel ist, dass man bei Ebbe kann man zu Fuß hierher kommen, da ein Großteil der Insel unterhalb des Meeresspiegels ist.
Überall am Rande findet man "Rettungstürme" die notwendig sind, falls man es nicht rechtzeitig aufs` feste Land schafft.
Zwar gibt es Schilder auf denen die Zeiten angeben sind, wann die Flut kommt.
Leider haben wir es weder bei unserer Ankunft noch bei unserer Abfahrt die Ebbe geschafft. Der Stellplatz liegt direkt an den Dünen, so dass man eine wunderbare Aussicht auf das Meer hat. Als wir angekommen sind,
braute sich ein heftiges Gewitter auf, dass man in den Fotos gut erkennen kann.

 

Das hier ist nicht der Abend, sondern der frühe Mittag.



 

 

 



Gegen Abend war dann alles vorbei und der Himmel klärte sich so langsam wieder auf.





 


Das ist der direktre Ausblick in den Abemndstunden aus dem Womo.

Wenn man nicht zu Fuß auf die Insel kommt
, so bleibt einem die Brücke.


 


GUE`RANDE

Hier in der Nähe von Guerande findet der Salzabbau des berühmten Fleur de Sel statt. Dieses Salz wird in vielen Gegenden Europas und der Welt gewonnen, aber die Bretagne und gerade hier hat es sich extrem "verwirtschaftlicht". Keines der Bilder unten ist doppelt fotografiert, so dass das Ausmaß der Produktion annähernd zu erkennen ist.



 

Ich habe versucht herauszubekommen, wie viel Salz hier produziert wird, aber es ist mir nicht gelungen. Zudem sind die Produkte hier extrem teuer, finde ich zu mindestens, so dass man das Salz und die Produkte als wirklichen Luxus bezeichnen kann. Z. B. kostet ein Flasche Duschcreme mit Meersalz fast 10,- Euro.
Das finde ich sehr viel. Aber es gibt auch sehr gute und preiswertere Alternativen.
So hat z.B. das Salz der I`le de Normantier ebenfalls einen sehr guten Ruf.
Wir haben es hier probiert in der Variante mit edlen Kräutern versetzt, hmmmm,  lecker!
Überall zwischen den Feldern finden sich kleine Hütten, in denen die Werkzeuge der Arbeiter untergebracht sind. Zudem dienen diese als Pausenraum und als Regenunterstellplatz.

 

 
 
LE CROSIC

wird vor allem als Badestädtchen genutzt. Der Stellplatz liegt direkt an der Straße, aber man hat, erstaunlicher Weise kaum etwas vom Verkehr mitbekommen.

Vielleicht mag dies im Hochsommer anders sein. Aber ansonsten liegt auch dieser Stellplatz wunderschön.

 






 





 


DIE AUSTERNBÄNKE VON SAINT-CAST-LE-GUILDO

Auf unserem Weg nach St. Marlo sind wir in St. Cast Le Guildo vorbeigekommen. Hier konnten wir von einem kleinen Berg aus, einmal das gesamte Ausmaß von Austernbänken sehen. Ich fand es sehr interessant so etwas einmal zu sehen. 








Auf dem unteren Foto kann man sehr gut erkennen, dass die Austernfischer mit Traktoren ihre Felder abfahren um diese zu pflegen und zu ernten.





DER APFEL EINMAL ANDERS

Diesmal sind wir den Michel von der Bretagne aus angefahren. Somit hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das Hinterland des Mont. St. Michel. Hier wurde uns nochmal sehr deutlich, dass der Apfel an sich hier eine wichtige Bedeutung hat. Er ist eine große "Einnahmequelle" sowohl der Bretagne, als auch der Normandie. Er wird in vielen Variationen verarbeitet.

                                                                          

Finden kann man ihn im Calvados oder als Pommeau ein wunderbarer Aperitif  natürlich nicht zu vergessen der Cidre. Zwar bekommt man Cidre auch bei uns,  aber die Qualität ist schon erheblich unterschiedlich. In unserem Laden, haben wir nur Orginalprodukte aus dieser Gegend, so dass die Qualität hier ebenfalls stimmt.

Hier möchte ich Euch gerne einmal einen Kartoffelsalat der "anderen Art" vorstellen.
Kartoffelsalat nach Art der Normandie
Man braucht dazu:
500 gr. Kartoffeln
1 Camembert
Cidre
Olivenöl
Salz / Pfeffer
gehackte Petersilie
Zubereitung:
Kartoffeln kochen, schälen und anschließend in dicke Scheiben schneiden.
Cidre, Öl, Salz und Pfeffer miteinander mischen und über die Kartoffeln geben.
Ca. 10 Min. ziehen lassen. Anschließend den Camembert klein schneiden
und noch zu den warmen Kartoffeln geben.
Zum Schluss den kleingeschnittenen Schnittlauch dazu geben und servieren.
Dazu passt hervorragend ein Pommeau.
Guten Appetit!

 


Eine weitere wichtige Einnahmequelle sind die Schafe der berühmten Salzwiesen. Was ich selber nicht wusste, war die weltweite Verbreitung der Salzwiesen. Selbst in Australien und Japan sind sie zu finden. Als ich anfing darüber zu lesen, so bin ich auf die wirklich interessante Entstehungsgeschichte der Salzwiesen gestoßen. Diese hier in Frankreich sind sogar älter als die Eiszeit in Europa. Wahrscheinlich hat das Schmelzen nach der Eiszeit bereits zu den Anfängen der Salzwiesen geführt. Durch Strömungen und Wellengänge bildeten sich Dünen. Dahinter wurde das "geschmolzene" Land zu Mooren. Durch den steigenden Meeresspiegel wurden diese wieder überflutet und im Laufe von Jahrtausenden mit Schlick bedeckt. Dies bildet den heutigen Watt. Durch die Gezeiten kommt es nun immer wieder zu einer "Einsalzung" der Felder.
Dies ist allerdings eine sehr vereinfachte Fassung der Entstehungsgeschichte. Hier am St. Mont Michel haben die Salzwiesen und die darauf weidenden Schafe einen besonderen Status.



Leider habe ich bis heute noch keines probieren können. Mal sehen, wann es soweit ist. Eine weitere wichtige Einnahmequelle in dieser Gegend ist natürlich der Tourismus. Hier kann man viele geführte Wanderungen machen.

Alleine ist es, wie fast überall, sehr gefährlich durch das Watt zu wandern. Gerade hier ist das Meer in seinen
Gezeiten sehr heftig und nicht zu unterschätzen. Also lieber das Geld für eine geführte Wanderung ausgeben
.

Auch am Michel gibt es viele Austernbänke. Da haben wir auch dieses merkwürdige "Schiff" auf Rädern gesehen. Somit kann der Bauer hier auch über den Schlick fahren.
Gerne hätte ich das einmal gesehen.

Natürlich haben wir noch viele andere Ziele angefahren. Ich denke mein "Problem" mit dem Wohnmobil ist die Planung. Natürlich muss man eine Reise planen, sich überlegen wohin man fahren will, aber ich brauche auch Urlaube dazwischen, die spontan sind, wo ich nicht weiß, was mich erwartet. Für mich sind Urlaube an immer der gleichen Stelle nichts. Zudem fand ich viele Stellplätze diesmal echt furchtbar. Z.B. in Le Touquet
war der Platz direkt am Flughafen, dazu auf einem riesigen Platz mit viel Beton, viele unfreundliche Wohnmobilisten. Vielleicht lag es auch an der Stadt selber. Le Touqet wird auch als Paris Plage
bezeichnet. Hier treffen sich die Schönen und Reichen. Das ist nicht meines. Hier standen Wohnmobile, deren Wert man in mehreren Einfamilienhäusern berechnen konnte. Naja, wers` mag.
Leider traf das diesmal auf mehrere Plätze so zu. Hätte ich diese Reise als Erste gemacht, so wäre ich
wahrscheinlich nie wieder mit dem Wohnmobil gefahren. Solche Wohnmobilisten haben wir bisher noch nicht getroffen. Aber zum Glück, gibt es auch andere Erfahrungen. Natürlich könnte man jetzt sagen:
Naja, krank zu verreisen, nur einem die Planung überlassen, selber schuld. Stimmt! Aber auch solche Erfahrungen muss man eben mal gemacht haben. Erfahrungen bereichern unser Leben. So wie diese.
Schauen wir mal, wo es das nächste Mal hingeht.


ARROMANCHES

Arromanches erlangte bei der Landung der alliierten Truppen im Jahre 1944 eine traurige Berühmtheit.
Die Stadt lag im Bereich den Abschnittes "Gold Beach", über den Truppen und Nachschub an Land gebracht wurden.  Dazu wurde ein künstlicher Hafen errichtet, der heute noch in Teilen zu sehen ist.

In Arromanches befanden sich viele Stellungen der deutschen Truppen. Diese waren in den sehr strandnahen Häusern untergebracht. Somit war es wichtig, hier zu landen, um zum einem die deutschen Truppen zu schwächen und zum anderen um den Nachschub zu sichern. Die Stadt sollte bereits am ersten Invasionstag genommen werden, um so eine Verbindung zwischen den einzelnen Strandabschnitten schaffen zu können. Hier landeten vor allem britische Truppen. Sie hatten Glück im Unglück, dass die deutschen Truppen keine schweren Artillerie Geschütze hier stationiert hatten. Dadurch war der Widerstand der deutschen Truppen nicht so verheerend, wie an anderen Strandabschnitten.



 


Dadurch gelang es den Briten 25.000 Mann an diesem Strandabschnitt "Gold Beach" an Land bringen zu können. Insgesamt sind hier 400 Soldaten ums Leben gekommen. Bei Ebbe kann man sehr gut die Reste des künstlich angelegten Hafen sehen. Es ist schon erstaunlich, wie unbekümmert die Franzosen heute zwischen
dieser "Geschichte" hier Urlaub machen. In der Nacht ist mein Mann nochmals aufgebrochen und hat diese "verrückten" Bilder geschossen.
Sie wirken, als wenn sie auf dem Meeresgrund gemacht worden wären.



 





Das Fazit für mich aus dieser Reise:
VORHER GEMEINSAM abklären wohin, und was JEDER möchte.
:-)