EIN TRAUM WIRD ZUM ALPTRAUM

Im Sommer war es dann soweit. Nach vielen hin und her mit der BFA hatte man mir endlich
eine Kur an der See bewilligt. Ursprünglich sollte ich in den Schwarzwald. Naja für so jemanden wie mich, sind die Berge nix.
Zwar sind die Berge bestimmt auch ganz nett, und als wir vor Jahren nach Slowenien gefahren
sind und dort die wirklich herrlichen Berge gesehehen haben, war ich schon fasziniert davon, aber trotzdem kann ich mir einen Urlaub dort nicht vorstellen.
So haben sich die BFA und ich uns auf die OSTSEE geeinigt.


Zwar waren mein Mann und ich schon vor Jahren einmal an der Ostsee und hatten eigentlich nur
"ein naja" für die Ecke übrig. (Sorry an alle die da wohnen, aber man kann eben nicht alles mögen), aber irgendwie freute ich mich.

Wir planten aus meiner Kur einen Gross-Familienurlaub zu machen. So suchte ich einen Bauenhof für die Kids und meine Schwester, der in der Nähe lag. Und wir hatten sogar Glück, ein Bauern hof mit einer freien Ferienwohnung sollte es nun sein. Ich hatte zwei Tage Vorlauf und fuhr mit dem Zug dorthin. Im Klinikprospekt hieß es, und ich zitiere wörtlich: "..nur wenige Gehminuten vom Ostseestrand inmitten der einzigartigen Salzwiesenlandschaft.."
Nach stundenlanger Zugfahrt, dann noch eine einstündige Busfahrt von Kiel bis nach Schöneberg stand ich nun nach dem Ausstieg da und glaubte, im völlig falschen Film zu sein.
Von den einzigartigen Salzwiesen war nichts zu sehen. Der Strand nirgends zu entdecken.
Lediglich unansehnliche Appartmenthäuser, in Mengen.



Das hatte ich mir wirklich anders vorgestellt. Zudem war nirgends ein Schild oder Hinweis für die Rezeption. Also begann ich mit der Suche. Ich hatte noch einen schweren Rucksack dabei, es war heiß, ich war müde und entnervt. Erst nach Minuten traf ich jemanden der mir dann mitteilte, dass ich natürlich in die falsche Richtung gelaufen bin. Also wieder zurück. Dann sah ich das kleine Schild, dass man beim Aussteigen aus dem Bus nicht wahrnehmen konnte. Naja, das fängt ja gut an.

Ich, also zur Rezeption. Freundlichkeit, naja, war man hier anscheinend nicht gewohnt. Mir wurde jemand zugewiesen, der mich zum Zimmer begleiten sollte. Natürlich nahm er mir nicht das Gepäck ab. Und so gingen wir los. Endlose Gänge, Treppen rauf, Treppen runter. Ich hatte echt die Befürchtung hier mich nie zurechtzufinden. Dann endlich standen wir an meinem Zimmer. Ich zitiere wörtlich aus dem Hausprospekt: "In einem großzügigen ............ 1 bzw. 1 1/2 Zimmer - Appartment...und Balkon ausgestattet."
Da dies nicht meine erste Kur war, hatte ich schon eine Vorstellung von solchen Kurzimmern.
Aber was mich hinter dieser Tür erwartete, war kaum zu glauben. Spontan entfuhr es mir:
"So ein häßliches Zimmer habe ich ja noch nie gesehen!" Der Mann schaute mich entsetzt an.
Dann wurde er regelrecht unhöflich.

  Das war es nun. (Nach dem Auspacken).
Der Balkon, unfassbar. war eine Betonwand fast so hoch wie ich bin, ca. 1,50 m. darüber war ein Fenster angebracht, so dass es eher einem Käfig glich, als einem Balkon. Setzte man sich dort hin, es war tatsächlich ein Plastikstuhl vorhanden, so schaute man auf die völlig nackte Betonwand. Unfassbar! Dieser "Käfig" war in einem baulichen Zustand, der schrecklich war, Renovierung dringend nötig. Das Bett, weich um nicht zu sagen durchgelegen. Das angrenzende "Schlafzimmer" war ein kleiner unansehnlicher Schlauch mit zwei Betten die kopfweise aneinanderstanden. Ein kleines Fenster, ein Schrank. das war´s. Wenn ich in diesem Schlauch schlafen würde, so hätte ich garantiert Alpträume.
So entschied ich mich, die Matratze herauszunehmen und auf dem Boden zu schlafen, so ging es einigermaßen. Allerdings hatte ich schon Angst die Fenster zu öffnen, da jeder über den Balkon, ich war im 1. Stock, untergebracht, hätte einsteigen können. Also ließ ich die Fenster geschlossen. Und das bei der Hitze.

Am nächsten Tag ging ich zur "Hausdame" die für die Zimmervergabe verantwortlich war. "Sie sind zu jung und zu gesund für ein anderes Zimmer!" war das zu glauben??? Sowas mußte ich mir sagen lassen. "Stellen Sie sich einfach ein paar Blümchen ins Zimmer, dann wird das schon!" Unglaublich, aber da meine Schwester mit den Kids morgen hier ankam, so dachte ich, wird das schon gehen. Dann schläfts du ab und zu mal auf dem Bauernhof.


MEIN ERSTER ABEND AM MEER

Nach der Massenabfertigung beim Abendessen wollte ich natürlich auch endlich das Meer sehen. Nun wenige Gehminuten, so dachte ich, müßten ja zu schaffen sein. Ich fragte an der Rezeption nach, wo ich lang gehen müßte. "Also wenn Sie querfeldein gehen, dann sind sie in ca. 10 bis 15 min. da. Da müssen Sie aber schon stramm gehen.! Stramm gehen? 10-15min.?Quer durch die Felder? Ach nee, das durfte doch nicht wahr sein. Also nahm ich sicherheitshalber den Bus. Als Kurgast durfte ich die Buslinien im Umkreis umsonst nutzen, wenigstens das. Also ich in den Bus, der dann ca. 8 Min. brauchte. Also zu Fuss hätte ich mind. 20 - 30 min. gebraucht. Und durch die Felder war gar nicht möglich. 

Nun stand ich an dieser Haltestelle, Schönberger Strand, und dachte: Wo sind die Dünen?
Wo ist das Meer? Aber nix da. Die Dünen, naja, ein wenig angehäufter Sand, das Meer, naja ein wenig Meeresrauschen, keine Tiede, puh, gewöhnungsbedürftig, wenn man den Atlantik liebt.

    

Dies hier hatte nichts mit Meeresrauschen, wilden Wellen, Felsen oder endlos langen feinen Sandstränden zu tun.

Alles wirkt hier sehr geordnet, sehr strukturiert, naja eben ... langweilig, für mich. Aber für Leute, die dies mögen, ist es herlich hier. Endlos lange gepflasterte Wege, die man mit dem Fahrrad bezwingen kann. Wenn man das will und eben, mag.

Aber immerhin gab es Möwen !

 

  

DER BAUERNHOF

Am nächsten Tag sollte nun meine Schwester mit den Kindern kommen. Ich freute mich ungemein. Den Bauernhof hatte noch nicht gesehen, aber im Internet las es sich ganz gut.
Nun auch hier war die Realität etwas ernüchternd. Die Wohnung, naja, im Stil der 60`Jahre,
eher ungemütlich eingerichtet. Die Hofinhaberin eine Baronin von und zu hatte die Freund lichkeit auch nicht gerade gepachtet. Aber für die Kinder war es ideal. Sie hatten ihren Spass und das hat uns für alles andere entschädigt.

Auf dem unteren Foto sieht man die "Nebengebäude" die für große Gruppen reserviert waren.


Es gab auch jede Menge "Getier" auf dem Hof, was natürlich die Kinder sehr erfreute.


   

   

 

Auf die vielen Bilder von den Hühnern, Gänsen, Katzen, Meerschweinchen und Hasen habe ich verzichtet :-)

Die einen arbeiteten im Stall, die anderen hatten ihren Spass. Hauptsache ...jedem gefiels`,
Freizeitgestaltung sah für jeden anders aus.


     

 

 

   

    

 

                                                                  

   

 

                                   

     



AUSFLÜGE

Die Wochenenden haben wir meist mit Ausflügen verbracht.

Straußenfarm

In der Nähe von Hohenfelde gab bzw. gibt es eine Straußenfarm, die man besichtigen kann.
Natürlich mußte man Eintritt bezahlen. Erwartet wurde man von jede Menge Straußengehen,
die mit Straußen unterschiedlichen Alters gefüllt waren. Das Gelände war sehr großzügig geschnitten.

   

Jedoch waren die Stallungen innen, so fand ich es zumindestens relativ ungepflegt.

Für die Kinder war die Aufzucht vom Ei zum Strauß schon sehr intreressant.

                                                                 



Meine Family

Der Farm war auch ein kleines Bistro angegliedert und natürlich auch ein Laden. In diesem konnte man alles um den Strauss kaufen, von der Feder über das Ei, bis hin zum Straussenfleisch.

   

                                                                 
Der "Zuchtbulle". Ein riesiges Tier . Männliche Strauße werden werden bis zu 2,5 m groß, und 150 kg schwer. Und dieser hatte definitiv diese Größe. Ich hatte erheblichen Respekt vor diesem Tier.




Laboe

Ein weiteres Ausflugsziel, das wir öfters genutzt haben, war Laboe. Laboe liegt am Ostufer der Kieler Förde, und damit auch direkt an der Ostsee. Laboe hat mehrere Häfen, davon zwei Yachthäfen mit über 700 Liegeplätzen gesamt, sowie einem Fischerei und Gewerbehafen. Von hieraus kann man zum Hochseeangel, aber auch mit gemieteten Segelschiffen raus fahren.
Seit 1985 sind hier der Seenotreuttungskreuzer "Berlin" als auch die "Bootsand" hier stantioniert.
Als wir das erste Mal hier waren, fand ein Hafenfest mit vielen Ständen zum Einkaufen statt.

 

 


Zoobesuche in Neumünster und Grömitz

Beides sind, gemessen an unseren Zoos hier in NRW, relativ kleine Zoos`, aber für Kinder nett gemacht. Voarllem der Zoo in Grömitz bietet für Kinder ein großes Gehege zum Streicheln an. Neumünster dagegen hat zwei Gehege, einmal mit Lamas und Emus, ein zweites mit Dammwild, die durch ein Tor zu begehen sind. Somit kann man den Tieren hier ohne Zaum entgegen treten. Vorallem bei den Lamas hatten unsere beiden viel Spass.
   

 

   

                              

   



 
   
 

      

 

 

Eckernförde

 

   

Friedrichstadt

Besonders schön war der Ausflug nach Friedrichstadt. Die gesamte Stadt ist ein wirkliches
Kulturdenkmal. Herzog Friedrich III holte niederländigsche Bürger in die Stadt, gewährte ihnen
freie Religionsausübung, und die Niederländer bauten diese Stadt nach den Vorbildern vieler
niederländischer Städte. So findet man hier viele Grachten, kleine Brücken und die Häuser sind
ebenfalls nach niederländischem Vorbild gebaut. Die Stadt ist umringt von kleinen Wasserkanälen, die man mit kleinen Booten befahren kann. Eine wirklich sehenswerte Stadt!


                    

 

                        
   
   

Lütjenburg

Ein weiteres schönes Ausflugsziel war Lütjenburg. Hier war an einem Wochenende an der Burg von Lütgenburg ein Ritterfest. Nicht zu vergleichen mit unserem Flachsmarkt an der Burg Linn,
aber auch wirklich schön gemacht. Die Stadt liegt im Landkreis Plön und hat eine alte Stadt-geschichte zu bieten. Diese hier aufzuführen wäre wirklich zu viel, und lohnenswert zu lesen! An der "Turmhügelburg" aus der Zeit 1250 fand dies Ritterfest statt. Sehr liebevoll und detailliert gestaltet. Unbedingt sehenswert!

 

 

                              

  


Schöneburg

Als wir an einem Sonntag hier waren, fan d ein Trödelmarkt direkt am Deich statt. Warscheinlich "die" Atraktion hier, denn es war schon sehr voll.
 

Ich denke meine beiden Nichten haben diesen Urlaub sehr genosen. Es war ein wirkliches  Vergnügen für sie.


                                                   

Naturbilder

Natürlich, wie von mir bereits gewohnt, gibt es immer auch wunderschöne Naturbilder.
Einige davon sind während einem Gewitter entsteht entstanden.
Ich finde sie einzigartig und wunderschön.

 

 

   

     

                       

 

 

Auch das gab es in vielen Häfen, sowohl Kiel als auch in anderen waren unmengen von Quallen. Soviele auf einmal habe ich noch nirgendwo gesehen, egal wo ich war.


Nord - Ostseekanal

 




Deutsche Marine in Kiel

 

Anleger und Fährschiffe  in Kiel nach Norwegen, Dänemark und Schweden

 


Kieler Förde

 

Und wie immer zum Schluß :-) Sonnenuntergänge

                   

 
   

.

                                                    


Aber manchmal ist alles eben doch anders. :-)

                                  Ein paar seltene Fotos von mir und meinem Mann