Wir haben es getan. :-)

Wir haben unseren Kasten und sind voll zufrieden. Um zu testen, was er kann, haben wir eine kleine Urlaubsfahrt in Richtung Skandivanische Länder, insgesamt für 10 Tage gemacht. 
Strecke Krefeld, Flensburg, Kolding, Kerteminde, Malmö, Trelleborg, Göteborg, Boras, Korsaer, Toender, Nord-, Ost- und Westfriesische Küste und wieder nach Krefeld. Unser Kasten plus Hund in Kerteminde


Erster Halt war Oeversee, einer kleiner aber feiner SP mit Begrüssungsgeschenk. Am Morgen danach, kurz nach dem Start in Richtung Flensburg stiessen wir auf Langgräber (Arnkiel-Park) 


 

Bereits in der Jungsteinzeit wurde bei Munkwolstrup ein Gräberfeld mit insgesamt 7 Großgräbern angelegt. Dies war um ca. 3500 v. Chr. Es handelt sich hierbei um sog. Langbetten. und einen Rundhügel. Im Jahre 2000 wurden hier die ersten Ausgrabungen am größten Steingrab durchgeführt. Dieses war 70 m lang. Zwei Jahre später begann man mit der Rekonstruierung der Gesamtanlage, so dass man heute in einem wunderschön angelegten Park die Nachbildungen bestaunen kann.
 

 



 

Unser erster längerer Halt in Dänemark war in Kerkeminde (Foto oben vom Parkplatz vor dem Bootshaus in Kerkeminde. ) Kerkeminde ist ein wunderschönes kleines Fischerdörfchen, indem wir uns sehr wohl gefühlt haben.

  



 



Unsere Fahrt ging weiter über viele Brücken. Diese sind manchmal sehr teuer, lang, aber sehenswert.So z.B. die Öresundbrücke. Sie ist seit 2000 die weltweit längste Schrägseilbrücke und verbindet die beiden Städte Kopenhagen und Malmö. Die Gesamtkosten betrugen insgesamt 2 Milliarden Euro. Unter den vierspurigen Autobahnen fahren, ungefähr 8 m tiefer, auf einer zweiten Ebene, die Züge der dänischen und schwedischen Bahnen im halbstündigen Rhythmus. Kosten für die Überfahrt betragen für Motorräder 17 Euro. Pkws unter 6 Meter zahlen 32Euro,
Wohnmobile und Pkws über 6 Meter 64 Euro. (Stand 2010)
   



Am Fusse dieses Bauwerkes haben wir genächtigt.


Weiter ging es dann nach Schweden. Hinter Malmö begann die herrliche schwedische Natur. Wer Natur pur lieb, wird sich hier wohl fühlen.





Bei Höllviken gibt es ein tolles Wikingermuseum, das Foteviken Museum. Nur leider war es zu dieser Jahreszeit geschlossen. Aber auf der nahestehenden Wiese haben wir übernachtet. Direkt vor uns der See. Aber es war sehr feucht, nass die Nacht.



Der nächste sehenswerte Halt war die Rekontruierte Wikinger Burg in der Nähe von Trelleborg.



Mehrmals im Jahr finden hier Veranstaltungen, Feste und natürlich das Mittsommerfest statt. Aber auch "echte" Wikinger ziehen hier ab und zu ein, um die Burg mit "Leben" zu füllen.
Wir mussten leider aber feststellen, dass zum Ende der Herbstzeit, Anfang der Winterzeit viele Sehenswürdigkeiten, Museen, sehr eingeschränkt geöffnet haben. Auf der einen Seite verständlich, aber es bedarf eben einer großen Vorauspalnung wenn man sich bestimmte konkrete Ziele ansehen möchte.

  


Die Burg als solches wurde ca. 980 n.Chr. erbaut. Da es aber sehr viele Übverfälle auf die Burg gab wurde sie sehr schnell wieder aufgegeben. Viele Überfälle bedeuteten eben auch zur damaligen Zeit viele Verluste, Verluste an Menschleben, aber auch an sog. irdischen Gütern. Es war sehr anstrengend solchen Überfällen ständig zu wiederstehen. Immer mussten man gerüstet sein, weil man eben nie wußte wann es wieder soweit sein konnte. Erst im 13. Jahrhundert wurde die Gegend auch durch die Christianisierung, so behauptet man zumindest, sehr viel ruhiger, und die Gegend wurde wieder besiedelt. Allerdings zog man nicht wieder in die Burg ein, sondern "verfremdete" sie. Der Burggraben wurde z.B. als Abfallentsorgungsstätte genutzt und die noch bestehenden Hölzer der Burg für andere Bauten verwendet. So erinnerte recht bald nichts mehr an die Burganlage. Erst durch Ausgrabungen im Jahre 1988 fand man die ersten Überreste der Burg und begann mit wieteren gezielten Ausgrabungen.  Es entstand dann ein Nachbau, wobei die wirklichen Überreste heute noch vorhanden sind.
Fragt Ihr euch wo????
Ja, sie liegen unterhalb der jetzigen Stadt Trelleborg. Würde man diese versuchen auszugraben, so müsste man "halb" Trelleborg untergraben. Dies ist eine logistische Unmöglichkeit. Deswegen bleiben die Überreste tatsächlich wohl für immer verborgen. Damit man aber eine möglichst naheliegende Kopie erstellen konnte wurde beim Wiederaufabu auf so gut wie alle technischen Möglichkeiten verzichten. Lediglich in der großen Anfangsbauphase wurden Kräne u.ä. eingesetzt. Danach wurde nur noch mit Axt, Stemmeisen und Messer gerabeitet, wie eben zur Wikingerzeit.




Auf unserem Weg nach Göteborg sind wir bewusst die kleinen Strassen gefahren, entlang des Kattegat. Auf den folgen Bildern kann man einige dieser Impressionen sehen.

  


 


  


Aber wie immer hat es uns das Meer, die Steine dort, der Sand, eben alles was dazu gehört am meisten angetan.

 




 




Da wir uns vorher keine konkreten Gedanken gemacht haben, was wir uns im Einzelnen alles anschauen wollten, musste oft die Karte herhalten. Es war nicht immer einfach die Strecken strandnah zu fahren. Grundsätzlich sind die nordischen Länder schon "Wohnmobilfreundlich", aber eben doch im Konkreten eher auf die Auto-Ferien-Industrie, sprich Ferienhäuser, Hotel usw. ausgelegt. An vielen Orten trafen wir auf Verbote für Wohnmobile, so dass man auf andere Fortbewegeungsmittel zurück greifen musste.
Als chronisch Kranke ist das nicht immer so einfach.

 


   

 

 





Weiter ging es dann in Richtung Boras. Dort leben Verwandte von mir. Mein Cousin, nebs Familie.  Meine Tante lebte zu dem Zeitpunkt bereits in einem schwedischen Pflegeheim. Vorher hat sie in einem Haus, sehr einsam, außerhalb von Boras gelebt. Sehr alleine, autonom, selbstständig. Es war für sie bestimmt nicht einfach jetzt so im Pflegeheim. Aber als wir sie dort besuchten, war ich sehr überrascht. Obwohl sie schon über 80 Jahre war, konnte sie mich wieder erkennen. Viele, viele Jahre haben wir uns nicht gesehen. Ich freute mich sehr darüber. Das Pflegeheim als solches hat mich ebenfalls überrascht. Es war sehr sauber, freundlich eingerichtet. Das Personal zuvorkommend, und man sah, dass sie dort alle mitten im Leben gemeinsam waren. Die gesamte Atmosphäre fand ich sehr angenehm, familiär. Mein Cousin erzählte mir dann, wie es mit den Kosten in Schwedes sich verhält. Damit sich die Angehörigen nicht verschulden, bzw. Dinge aus ihrem Leben aufgeben müssen, wie z.B. ein eigens Haus, bezahlt der Staat die gesamten Pflegekosten. Dafür sind dann bestimmte Sozailabgaben eben höher als bei uns. Aber so kann die Familie ihren Lebensstandard halten und jede Stadt hat ihr eigenes Pflegeheim, so dass es eben auch weiterhin den Familenanschluss gibt. Eine sehr menschliche Regelung, finde ich. Als ich mich verabschiedete von meiner Tante kamen mir die Tränen, mir wurde bewusst, dass ich sie mit großer Warscheinlichkeit das letzte Mal sehen würde. Und so war es dann auch. Sie ist dieses Jahr friedlich eingeschlafen.
Aber sie wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.



In Schweden selber ist es außerhalb von Campingplätzen verboten mit dem Womo zu stehen. Also mussten wir hier in Boras auf einen Campingplatz. Aber der liegt sehr schön in einem Park, in der Nähe des Zoos.





  Das ist die Brücke am Campingplatz, die direkt zum Zoogelände führt.

Aber Schweden besteht eben nicht nur aus Meer, Kattegat und Strand sondern eben auch aus Wald, ganz viel Wald.
Als mein Mann vor vielen Jahren mit meiner Mutter meine Tante in Schweden besucht hat, so ist er auf seinen einsamen Spaziergängen in der Nähe des alten Hauses meiner Tante, Elchen begegnet. Er war wohl genauso erschrocken darüber wie der Elch selber. Es war ein sehr überwältigendes Erlebnis für meinen Mann. So plötzlich in den frühen Morgenstunden im aufkommenden Nebel diesem riesigen freilebenden Tier zu begegnen.
 







Unterwegs haben wir dann diesen stehenden Stein entdeckt. Immer wieder kann man solche und ähnliche entdecken.



Neben diesen tollen Bildern haben wir auch wirklich Lustiges gesehen.




So macht man eben mal Werbung in Schweden. :-)

 


Hier denkt man eben auch an den Briefträger. 

Unseren Rückweg haben wir über Helsingborg/Helsingoer gemacht. Schiff fahren mit Hund, hmm, nicht unbedingt ideal. Zumindest für unsere nicht. Sie mochte es nicht, hat ihr nicht gefallen.
Aber wie man an den unteren Bildern sehen kann, hatten wir wirklich viel Glück mit dem Wetter. Einige Jahre zuvor hatten wir bei der gleichen Überfahrt großes Pech mit dem Wetter. Nebel, Regen und Sturm. Das war  nicht schön.



 




   

 

Und schon waren wir nach einer schönen Überfahrt in Dänemark.

 

Dänemark als solches, hmm, zumindest der Teil den wir gefahren sind, hat uns nicht überzeugt. Landschaftlich, schön, okay, aber nicht überwältigend. Wie gesagt, es ist unsere subjektive Wahrnehmung. Jeder wird das anders empfinden. Die Campingplätze in Dänemark waren alle sehr teuer, ebenso alles andere. Viele Zugänge zum Strand waren in Privatbesitz. Das kannten wir so auch von Teilen an der Ostsee. Ich finde das zeugt nicht von einer Tourismusfreundlichgkeit. Ich empfinde es als eine Trennung zwischen den Welten. Schade. Von den Campingplätzen hat man mitunter einen sehr weiten Weg in Richtung Strand. Ich fragte mich, wie man das mit Kindern im Hochsommer wohl macht. So kennen wir das nicht, weder aus Frankreich, Belgien oder aus anderen Ländern. Es mag Orte geben, wo es anders ist, das will ich gar nicht abstreiten, aber mir hat es eben nicht gefallen.
Trotzdem sind schöne Fotos entstanden. :-)

 







 
Das untere Bild wurde in der Nähe von Jelling gemacht. Ich finde es gehört mit zu den Schönsten die wir auf der Reise "erwischen" konnten.




Jelling selber gehört zu den bedeutensten archäologischen Fundplätzen in Dänemark. Es liegt mitten in Jütland. Die größten Grabhügel Dänemarks kann man hier finden.


Sie liegen zwischen einer Steinkirche aus dem 1100 Jahrhundert n-Chr. Vor der Kirche steht der Thyra- und der Haraldstein. Dieses und die Umgebung der Kirche stehen seid 1994 unter dem Schutz der Unesco und gehören somit zum Weltkulturerbe. Seid der Bronzezeit hatte dieser Platz eine besondere kulturelle Bedeutung. 

 

 

Gorm, der ältere, ein heidnischer König setzte den Thyrastein für seine Frau. Harald Blauzahn, Sohn des Gorms ließ den Haraldstein wohl anläßlich seiner Krönung und Taufe im Jahre 960 n.Chr. aufstellen. Gegenüber der Kirche ist ein Museum, das leider ebenfalls geschlossen war. Hier ist eine weitere Kopie des Steines zu finden. Dieser ist allerdings farblich untermalt.



Dann waren wir schon in Toender. Eine kleine, wunderschöne Stadt kurz vor der deutschen Grenze. 



Grundsätzlich war es sehr entspannend in Dänemark oder Schweden zu fahren. Es gibt Tempolimits, gut ausgebaute Parkplätze und sehr viele V/E-Stellen an den Autobahnen. Das übernachten auf den Autobahnparkplätzen ist erlaubt, aber es wird polizeilich davon abgeraten.

Zum Fahrkomfort. Die Sitze im 2win sind angenehm geformt. Selbst lange Strecken lassen sich ermüdungsfrei bewältigen. Wendemanöver a la Pkw sind genauso drin, wie das durchqueren engster Dorfdurchfahrten. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, mit einer kompletten Wohnung zu reisen, so wie das bei einigen Leihmobilen war.
Einzigstes Manko war, Kein Licht bei Dunkelheit, wenn ich in den Wagen wollte (durch die Seitentür). Abhilfe ist nun eine Led-Lampe mit Bewegungsmelder.


Nach vier Jahren Mobil-mieten hatten wir die Erkenntnis gewonnen, einen Kastenwagen zu kaufen. Das Mobil ist ein Pössl 2win, den wir aus einem Verleih gekauft haben, wo der ein Vierteljahr unterwegs war. Also alle Kinderkrankheiten sind weg.  Die Tour hat uns grob 4000 km bewegt. Den Wagen haben wir nicht geschont, so bis 150km/h getreten (in Nordeuropa natürlich nur noch innerhalb der zul- max. Geschwindigkeitsregelungen). der Verbrauch lag zwischen 9,7 und 9,8 Liter. In Schweden haben wir bei Minusgraden genächtigt, alles schön warm und so. Der Kasten ist und war die richtige Entscheidung. Bilder von innen kommen erst, wenn ich mit dem Einrichten fertig bin. 



Dann sind wir wieder in Deutschland angekommen und den

Rest der Reise gibt es unter der Rubrik - Germany -